... in TRANSPOSING: ... the story between translation and adaptation - Einführung in das Derivat Transponierung

EINFÜHRUNG IN DAS DERIVAT TRANSPONIERUNG

By Angelika Friedrich

Currently in press

Excerpt

Zum Verständnis einer Transponierung ist eine Trennung zwischen der Form und den Inhalten eines Werkes von Vorteil. Auf der einen Seite umfasst der Begriff Inhalt – wie vorher erläutert – alles, was unabhängig von jeglicher Darstellungsform wirklich in der Realität stattfindet: Auf der anderen Seite versteht sich der Begriff Form in Bezug zu einem Worttext als jeder Satz des Originaltextes. Eine untergeordnete Rolle spielt die spezifische Satzzusammenstellung, die je nach „Transponierer“ und der angewandten Transponierungsgenauigkeit unterschiedlich ist. Ausschlaggebend ist eine grundsätzliche Übernahme einiger der jeweils vorhandenen Funktionen der einzelnen Formteile des Originalsatzes. In so gut wie jeder Übertragung eines Textes aus einer Sprache in eine andere geht sowohl etwas vom Gesamtsinn, als auch von den einzelnen Elementen verloren. Als Hauptziel der Übereinstimmung von Original- und Transponierungsform gilt, dass die Grundfunktionen wie das handelnde Subjekt, der beobachtete Gegenstand, der Ausruf, usw. in die Transponierung aufgenommen werden, um die formelle Übereinstimmung zu erfüllen. Das heißt aber nicht, dass ein Satz im Passiv unbedingt als Passivsatz oder ein Satz mit Ausruf als Ausrufesatz transponiert werden muss, sondern lediglich dass die Nachvollziehbarkeit der Formübertragung verständlich ist. Mit der nach der Transponierungsbedingung vorgeschriebenen Aufnahme eines jeden Satzes entsteht somit eine formelle Widerspiegelung der Gesamtstruktur des Originales, was im Derivatwerk durch die Bilder, den Ton oder die Wörter/Sätze eingehalten wird. Bei dem Erhalt der Form und der zeitgleichen Änderung der Inhalte, welche eine Transponierung kennzeichnen, handelt es sich um einen grundlegenden Vorgang mit dem Original, der auch vereinzelte Abweichungen in Richtung einer Übersetzung oder einer Aktualisierung zulässt.

Wie oben anhand der Derivatmatrix veranschaulicht wurde, dürfen sich die Inhalte der Transponierung von den Inhalten des Originals unterscheiden. Ausschlaggebend für die Aufrechterhaltung oder die Änderung der Originalinhalte ist der Zusammenhang, bzw. der Kontext. Er bestimmt, ob die Originalinhalte eines Satzes in die Transponierung weitgehend, wie bei einer Übersetzung identisch übertragen oder angepasst werden müssen, weil der Zusammenhang des Originalwerkes und der Zusammenhang der Transponierung nicht übereinstimmen. Als Beispiel könnte man hierbei an die Erzählung Spielerglück von ETA Hoffmann denken. Die darin enthaltenen Inhalte bestehen aus zeitunabhängigen Orten, Gegenständen und Gefühlen, wie zum Beispiel Städten, Casinos, Felder, Häuser, Liebe, usw. Der transponierungsbedingte örtliche Wechsel von Deutschland im 19ten Jahrhundert in die USA im 21sten Jahrhundert bringt mit sich, dass z.B. die Männer in den Städten nicht mit Gold in den Casinos spielen oder sich in sechzehnjährige Mädchen verlieben. Im gegenwärtigen Umfeld der Transponierung werden somit diese Inhalte an den neuen Zusammenhang angepasst.

Full text will be available at trans-kom in Spring 2015